Heute eröffnet die neue Sonderausstellung des FC St. Pauli Museums mit dem Titel „25 Jahre AFM“. Ich hatte das große Vergnügen, bereits am Vorabend bei der Vernissage dabei zu sein – und es fühlte sich an wie ein Klassentreffen der besonderen Art.
Es war ein sehr unterhaltsamer, lebendiger Abend. Das lag natürlich an den vielen tollen Gesprächspartnerinnen und -partnern, die ich dort traf. Zwischen Eröffnungsreden, Bier und Blick auf den Dom konnte ich einige meiner Gedächtnislücken wieder schließen. Immerhin habe ich vor gut 20 Jahren einen beträchtlichen Teil meiner Freizeit zunächst in die AGiM und später auch in die AFM gesteckt.
Ein winziger Fehler bei der 25 Jahre AFM Ausstellung
Irgendwie ist es auch typisch, dass die offizielle Gründungsversammlung der AFM am 1. April vor genau 26 Jahren stattfand, die Ausstellung aber „nur“ 25 Jahre feiert. Diese Kleinigkeit passt erstaunlich gut zu einem Verein, bei dem ohnehin nicht immer alles geradeaus läuft – und der genau deshalb so liebenswert ist. Schade ist allerdings, dass sich der damalige erste Vorsitzende, Tonny Burggraf, nicht zu einem Interview für die Ausstellung durchringen konnte. Ein rund zweistündiges Vorgespräch mit dem Museum hatte es ja bereits gegeben; seine Perspektive wäre definitiv spannend gewesen.
Was sich aber deutlich zeigt: Alle sind ein paar Jahre älter geworden, und die damaligen Konflikte sind vom Erfolg des Erreichten überdeckt worden. Und das meine ich sehr positiv. Wo früher erbittert gestritten wurde, blickt man heute mit einem milden, manchmal auch stolzen Lächeln zurück. Der Verein kann sehr glücklich sein, dass sich vor mehr als einem Vierteljahrhundert ein paar Verrückte auf den berühmten „Gang durch die Institutionen“ gemacht haben. Mit Hartnäckigkeit, Idealismus und einer guten Portion Sturheit haben sie den FC St. Pauli im bezahlten Fußball zu etwas Einmaligem gemacht.
Eine anschauliche Darstellung
Die Ausstellung „25 Jahre AFM“ erzählt diese Entwicklung sehr anschaulich. Richtig lebendig wird das Ganze aber durch die zahlreichen Interviews mit Zeitzeug:innen, die in Videos zu sehen und zu hören sind. Dort spürt man, wie sich aus einer fixen Idee langsam eine feste Institution im Verein entwickelte – mit all ihren Umwegen, Rückschlägen und Höhepunkten.
Dies alles in einer Ausstellung abzubilden, ist übrigens gar nicht so einfach. Einer der Kuratoren, Christoph Nagel, erzählte in seiner Eröffnungsrede sehr anschaulich von der Herausforderung, zugleich diejenigen abzuholen, die die Geschichte selbst miterlebt haben, und jene, die bisher noch nie etwas von der AFM gehört haben.
Ein klein wenig stolz bin ich darauf, dass ich in meiner Zeit bei der AFM Tommy zur Abteilung gebracht habe. Ich kannte ihn durch die Netpirates. Danke für deinen Einsatz für die Abteilung. Dir gebührt eigentlich eine eigene Ausstellung.
Alle Infos zur Sonderausstellung „25 Jahre AFM“ und zu weiteren Aktivitäten des FC St. Pauli Museums findest du auf deren Webseite.
Danke für die netten Worte und das schöne Foto. Ich hatte gestern übrigens meinen Netpirates Zipper an.
Jo, fiel mir auch direkt auf. Schön, dass es ihn und dich noch gibt. 🙂