Inspiration am Sonntag: Jacques Nkinzingabo

Jacques Nkinzingabo
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Neulich hatte ich das große Glück, Jacques Nkinzingabo kennenlernen zu dürfen. Er ist ein junger Fotograf aus Kigali, der Hauptstadt Ruandas, und war ein paar Tage in Hamburg. Wir hatten ein sehr intensives Gespräch über seine Generation, die zum überwiegenden Teil ohne väterliches Vorbild aufwächst.

Jacques war erst 10 Tage alt, als sein Vater ermordet wurde. Schlagartig wurde mir mal wieder klar, in welcher Wohlfühlblase ich lebe. Und da sitzt man dann gemeinsam am Jungfernstieg, genießt die untergehende Sonne und wundert sich plötzlich, warum Menschen in Europa einen Hang zum Unglücklichsein haben. (Anders kann ich mir die Wahlerfolge populistischer Parteien nicht erklären.) So viele Jahre ohne Kriege (ex-Jugoslawien mal ausgenommen) sind ein wunderbares Geschenk. Klar, läuft auch hier nicht alles rund, aber Krieg ist eben doch etwas ganz anderes…

 Jacques Nkinzingabo hat etwas zu erzählen und das wird in seinen Bildern deutlich. Ein sehr interessanter Mensch! Wenn du die Chance hast, ihn zu treffen, solltest du das tun. Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick auf seine Webseite.

Technisches: Mein Porträt von Jacques Nkinzingabo wurde mit der Leica MP auf T-Max 100 fotografiert. Verwendete Optik war das Zeiss C Sonnar 1,5/50mm ZM, die wunderbare preiswerte Alternative zu einem Leica Summilux. Das Zeiss Sonnar ist eine alte optische Rechnung, weswegen es eine sehr schöne Zeichnung und Bokeh ihr eigen nennt, aber mit neuen Gläsern für hervorragende Schärfe. 

Jacques hat mein Foto offensichtlich auch gut gefallen. Es ziert noch heute seine About-Seite.

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