Rückblick auf das 366er Projekt im Jahr 2016

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Das Jahr 2016 ist schon wieder ein paar Tage Geschichte und damit auch mein Projekt 366. Letztes Jahr habe ich jeden Tag ein Bild veröffentlicht und die meisten Bilder sind mit analoger Technik entstanden. Zeit für einen Rückblick, wie es mir bei diesem Langzeitprojekt erging, und natürlich zeige ich dir meine Lieblingsbilder aus dem Projekt – alles analog belichtet!

Die meisten meiner Bilder aus dem Projekt 366 sind solche, die du weitläufig unter „Streetphotography“ einsortieren kannst. Dabei spielt allerdings immer auch der Faktor Zeit eine Rolle. Die hatte ich teilweise eher zu wenig, um wirklich tolle Bilder zu machen. Mit einer Viertelstunde an einem Tag für freie Projekte kannst du keine Kunstwerke erschaffen – es sei denn, du hast einfach unverschämtes Glück und bist gut vorbereitet.

Natürlich spielt auch eine Rolle, wie offen und aufnahmefähig du bist. Auch das ist mir mal mehr, mal weniger gelungen. Wenn dann noch der Faktor Zeit dazu kommt, kann ein solches Projekt in Stress und Zwang ausarten. Ich kann sagen, dass mich die Fotografie für das Projekt sehr entspannt hat. Andere laufen um die Alster oder gehen in die Sauna; ich fotografierte.

Der Aspekt des 366er-Projektes, der mir den größten Spaß bereitete, aber auch sehr kostspielig war, bestand im Versuch, die optimale Kamera zu finden. Selten hatte ich eine so gute Ausrede, meinem G.A.S. zu frönen! Du kennst die Abkürzung G.A.S. nicht? Nein, es heißt nicht Gegengerade-aktiver-Support, sondern Gear Acquisition Syndrome – also das wilde Sammeln von Foto-Equipment. Alle im Projekt eingesetzten und überwiegend 2016 gekauften Kameras habe ich im letzten 366er-Bild aufgenommen.

Gerade für den letzten Punkt war es wichtig, ein paar Tage Abstand vom Projekt zu nehmen und zu überlegen, was ich nun mache. Eine Entscheidung ist daher schon mal gefallen: zukünftig fotografiere ich nur noch mit Kameras, die mit den Buchstaben L, N und H beginnen – plus der Mamiya 7. So kann ich sicherstellen, dass ich die besten Optiken verwenden kann und mich die Kameratechnik nicht im Stich lässt. Meinem mangelnden Talent kann ich die Technik so auf keinen Fall in die Schuhe schieben und muss eben weiter an mir arbeiten…

Wer also eine Mamiya 645 inklusive dreier Optiken, eine Fuji GW690, eine Polaroid Conversion oder eine Rollei SL66 mit 80er kaufen will, kann mir gerne ’ne Nachricht schreiben. Alle Kameras funktionieren – was ich bewiesen habe 🙂

Zurück zum Projektbericht: Ich bin froh und auch ein wenig stolz, dass ich es durchgestanden habe. Eine Kamera habe ich immer noch in der Tasche, wenn ich das Haus verlasse, aber ich muss nicht mehr, sondern darf wieder. Ein schönes Gefühl.

Meinungen
10 bisherige Meinungen ansehen
  1. Guten Tag Stefan,

    vielen Dank, dass Du das Projekt mit uns geteilt hast und einen Exta Dank für das Resümee.

    Hast Du die Negative und Abzüge selbst entwickelt?
    Haben deine „grossen“ denn einen Belichtungsmesser? Die Frage interessiert mich, weil mich der fehlende Belichtungsmesser an meiner Zenza Bronica oft daran hindert mehr damit zu fotografieren.

    Grüße
    Christian

    1. Moin Christian,

      die meisten meiner Kameras haben keinen Belichtungsmesser, da ich es mag, batterieunabhängig fotografieren zu können. Ich habe einen kleinen, einfachen externen Belichtungsmesser, da schaue ich hin und wieder mal drauf. Ich finde es sehr angenehm, nicht ständig auf den Belichtungsmesser achten zu müssen. Daher ist mir das Fehlen eines solchen in der Kamera gerade recht.

      Alle schwarz-weiß Bilder habe ich selbst entwickelt.

  2. Ich habe glaube ich keinen einzigen Artikel verpasst. Ich mag Deine Sicht der Dinge. Würde mich sehr freuen wenn Du das weiter machst – wenn auch nicht unter Druck und nicht in der 100% igen Regelmäßigkeit.

    Liebe Grüße aus dem Taunus – Jörg

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